GitLab – Eine ausgezeichnete GitHub-Alternative

GitLab


Egal ob CVS, Subversion oder eben Git, ohne Versionsverwaltung kommt im Prinzip kein ordentliches Software-Projekt aus und schon gar nicht, wenn mehr als eine Person daran arbeiten. Vor einiger Zeit habe ich meine Projekte von SVN auf Git umgezogen und muss nun nach anfänglicher Skepsis gestehen, dass dies eine sehr gute Entscheidung war. Git macht das (Programmierer-)Leben so viel einfacher und angenehmer als z.B. SVN. Als Sahnehäubchen gab es für mich dann auch noch einen wunderbaren Github-Clone oben drauf – und das auf dem eigenen Server gehostet.

Die Rede ist von GitLab, einem relativ jungen aber bereits sehr stabilen und vorangeschrittenen Git-Frontend mit eingebauter Projektverwaltung. GitLab verwaltet dabei eine beliebige Anzahl von Projekten oder genauer gesagt Git-Repositories. Die bereits erwähnte Projektverwaltung sollte man nicht überbewerten, im Grunde besteht sie aus Milestones und Issues mit Labeling-/Tagging-Funktion aber das reicht für die meisten Projekte sicherlich auch aus. Das Ganze wird abgerundet durch ein Wiki für jedes Projekt. Für Issues und Kommentare steht eine mächtige Markdown-Syntax sowie Emoji-Icons zur Verfügung, wobei diese riesige Smiley-Sammlung meinen persönlichen Geschmack nicht so richtig trifft. Die Oberfläche ist unverkennbar vom großen Vorbild GitHub „übernommen“ worden, wodurch sie unglaublich intuitiv und ansehnlich wird. Die Bedienung ist auch für neue Benutzer sehr einfach zu erlernen.

GitLab vs. GitHub

GitLab muss auf dem eigenen Server installiert werden, was in meinen Augen aber sogar der größte Vorteil ist. Bevor ich mich für GitLab entschied, probierte ich die Bezahlvarianten von GitHub aus. Das Bezahlen war dabei schon so ziemlich das schwierigste, da nur Kreditkarten genommen werden. Da ich eine Lösung für das Unternehmen brauchte, gefiel es mir nicht sonderlich mich dabei von einem Anbieter abhängig zu machen, bei dem eine nicht-erfolgreiche Kreditkarten-Transaktion (und die gibt es interkontinental leider nicht selten) unter Umständen eine Sperrung der Repositories und somit einem Arbeitsstopp zur Folge hätte. Die von GitHub ausgestellte „Rechnung“ war übrigens ein DIN-A4-Blatt mit Schriftgröße 7 und unzureichenden Rechnungsdaten. Dafür wurde aber ein Pseudo-Stempel, der Schräg das Wort PAID abbildete, über den Text geschmiert. Ich habe schon vor dem geistigen Auge die Mitarbeiter beim Finanzamt vor Lachen unter dem Tisch gesehen.

GitLab läuft bei mir nun auf einem kleinen VServer, der für meine Projekte bzw. Anzahl an Team-Mitgliedern ausreicht – und ich bleibe Herr der Daten.

Stabilität

Ich setze GitLab seit Version 2.6 ein, wobei erst vor wenigen Tagen 3.1 erschienen ist. Die Stable-Releases nehme ich immer mit und erfreue mich immer an neuen oder verbesserten Features. Das Wort stable darf auch aus Unternehmenssicht als solches betrachtet werden, bis auf zwei kleine und sich quasi selbstbehebende Fehler in der Software und die etwas umständlichen Installations- und Update-Arien kann ich nichts negatives berichten.

Übersicht

GitLab ist quelloffen und wird hauptsächlich von einem ukrainisichen Programmierer-Team betreut. Die Software basiert auf Ruby-on-Rails und erfährt fast monatlich Stable-Releases. Eine Web-API, Deployment-Hooks, die Projektverwaltung und ein ausreichendes Rechte-System machen Sie zu einem ausgezeichnetem Frontend für Git-Repositories auch oder besonders im Unternehmensumfeld.

Leuten, die sich mit Git selber auseinandersetzen möchten, empfehle ich die folgenden Bücher:

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